Romantik im Abendlicht – Musikalische Lesung
Diese Verbindung lag nahe:
Nach dem Start meines Klavierunterrichts Ende vergangenen Jahres, meinem Schauspielhintergrund und dem bekannten Job im Pflegeheim steuerte natürlich alles darauf hin – Ein Szenisches Programm für SeniorInnen mit Musik! Die Bühne hatte mich auf einmal wieder…
Ein Text war schnell gefunden mit Joseph von Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“, gekürzt auf 15 Minuten Lesezeit und mit Volksliedern zum Mitsingen ergänzt (weitere 15 Minuten).
In dieser Novelle von 1826 geht es um nichts anderes als um Liebe, Malerei, Musik, Natur und schöne Fräuleins – Romantik pur eben. Das ganze Programm hatte mit den Moderationen zwischen Musik und Lesung entspannte 45 Minuten Dauer.
Ausgangspunkt
Alle vorherigen Ideen für solch ein Programm (20er Jahre Kabarett z.B. mit Erika Mann oder politische Satire mit Kurt Tucholsky, Songs mit Hans Albers oder Heinz Rühmann aus den 30er Jahren) erschienen mir alle inhaltlich zu „beladen“. Doch auch der Versuch mit fröhlichen Schlagern aus den 60ern und 70er Jahren fand in früheren Versuchen keinen großen Anklang. Warum?
Meiner Erfahrung nach haben Hochbetagte nur noch einen eingeschränkten Wahrnehmungskreis. Der Zeitbezug geht ihnen langsam abhanden und damit auch die Einordnung in zeitliche Abläufe aus der Vergangenheit. Doch Themen wie Liebe, Frühling, Wanderung, Handwerk oder Natur sind dagegen zeitlose Anker für Erinnerungen.
Was im Gedächtnis bleibt sind Klänge, Düfte, Alltagshandlungen u.v.m. Lieder und Gespräche über Natur, Farben, Berufe rufen Erinnerungen wach und aktivieren die alten Leute gedanklich und über konkrete Handlungen auch physisch. Nicht umsonst gibt es speziell den Beruf der staatlich anerkannten Betreuungskraft, die in den Einrichtungen genau dafür sorgt.
Text und Musik
Den Text habe ich nun folgendermaßen bearbeitet und mit den entsprechenden Volksliedern ergänzt:
Joseph von Eichendorff
Aus dem Leben eines Taugenichts
Novelle (1826)
1 Es klappert die Mühle
am rauschenden Bach1) Es klappert die Mühle am rauschenden Bach: Klipp, klapp!
Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach: Klipp, klapp!
Er mahlet uns Korn zu dem kräftigen Brot,
und haben wir solches, so gibt’ s keine Not.
Klipp, klapp, klipp, klapp, klipp, klapp!Text: Ernst Anschütz (1824)

Das Rad an meines Vaters Mühle brauste und rauschte schon wieder recht lustig, der Schnee tröpfelte emsig vom Dache, die Sperlinge zwitscherten und tummelten sich dazwischen; ich saß auf der Türschwelle und wischte mir den Schlaf aus den Augen, mir war so recht wohl in dem warmen Sonnenscheine.
Da trat der Vater aus dem Hause; er hatte schon seit Tagesanbruch in der Mühle rumort und die Schlafmütze schief auf dem Kopfe, der sagte zu mir: »Du Taugenichts! da sonnst Du Dich schon wieder und dehnst und reckst Dir die Knochen müde, und lässt mich alle Arbeit allein tun. Ich kann Dich hier nicht länger füttern. Der Frühling ist vor der Türe, geh auch einmal hinaus in die Welt und erwirb Dir selber Dein Brot.« –
»Nun,« sagte ich, »wenn ich ein Taugenichts bin, so ist’s gut, so will ich in die Welt gehen und mein Glück machen.« Ich ging also in das Haus hinein und holte meine Geige, die ich recht artig spielte, von der Wand, mein Vater gab mir noch einige Groschen Geld mit auf den Weg, und so schlenderte ich durch das lange Dorf hinaus.
Ich hatte recht meine heimliche Freud’, als ich da alle meine alten Bekannten und Kameraden rechts und links, wie gestern und vorgestern und immerdar, zur Arbeit hinausziehen, graben und pflügen sah, während ich so in die freie Welt hinausstrich. …Mir war es wie ein ewiger Sonntag im Gemüthe.
Und als ich endlich ins freie Feld hinaus kam, da nahm ich meine liebe Geige vor, und spielte und sang, auf der Landstraße fortgehend:
Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
Den schickt er in die weite Welt,
Dem will er seine Wunder weisen
In Feld und Wald und Strom und Feld.
2 Wem Gott will
rechte Gunst erweisen1) Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
Den schickt er in die weite Welt,
Dem will er seine Wunder weisen
In Berg und Tal und Strom und Feld.2) Die Bächlein von den Bergen springen,
Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,
Was soll ich nicht mit ihnen singen
Aus voller Kehl und frischer Brust?3) Den lieben Gott lass ich nun walten,
Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld
Und Erd und Himmel will erhalten,
Hat auch mein Sach aufs best bestellt.Text: Joseph von Eichendorff (1822)
Indem wie ich mich so umsehe, kommt ein köstlicher Reisewagen ganz nahe an mich heran, der mochte wohl schon einige Zeit hinter mir drein gefahren sein, ohne dass ich es merkte, weil mein Herz so voller Klang war, denn es ging ganz langsam, und zwei vornehme Damen steckten die Köpfe aus dem Wagen und hörten mir zu. Die eine war besonders schön und jünger als die andere, aber eigentlich gefielen sie mir alle beide.
Als ich nun aufhörte zu singen, ließ die ältere still halten und redete mich holdselig an: „Ei, lustiger Gesell, Er weiß ja recht hübsche Lieder zu singen.« Ich nicht zu faul dagegen: „Euer Gnaden aufzuwarten, wüsst’ ich noch viel schönere.« Darauf fragte sie mich wieder: „Wohin wandert er denn schon so am frühen Morgen?« Da schämte ich mich, dass ich das selber nicht wusste, und sagte dreist: „Nach Wien«; da lachte sie und rief mir zu: »Spring er nur hinten mit auf, wir fahren auch nach Wien «
Wer war froher als ich! Ich machte eine Reverenz und war mit einem Sprunge hinter dem Wagen, der Kutscher knallte und wir flogen über die glänzende Straße fort, dass mir der Wind am Hute pfiff.
3 Auf’m Berg steht a Schloss
1) Auf ‚m Berg steht a Schloss,
und da wohnt eine Maid,
und ’n Bub aus der Fern‘
hat um’s Madel gefreit.
Refrain:
La la la la la la la la la,
la la la la la la la la la, la.2) Und sie war ihm gewog’n,
und der Bub musste fort;
und da gab er beim Abschied
noch dem Schatzerl sein Wort.3) Werden Jahre vergehn
und wirst nichts von mir hör’n;
doch die Lieb‘ in meinem Herzen
wird ewiglich währ’n.Baierisches Volkslied (1828)
In dem Garten war schön leben, ich hatte täglich mein warmes Essen vollauf, und mehr Geld als ich zu Weine brauchte, nur hatte ich leider ziemlich viel zu tun.
Auch die Tempel, Lauben und schönen grünen Gänge, das gefiel mir alles recht gut, wenn ich‘ nur hätte ruhig drin herumspazieren können und vernünftig diskuriren, wie die Herren und Damen, die alle Tage dahin kamen.
So oft der Gärtner fort und ich allein war, zog ich sogleich mein kurzes Tabakspfeifchen heraus, setzte mich hin, und sann auf schöne höfliche Redensarten, wie ich die eine junge schöne Dame, die mich in das Schloss mitbrachte, unterhalten wollte, wenn ich ein Kavalier wäre und mit ihr hier herumginge. Oder ich legte mich an schwülen Nachmittagen auf den Rücken hin, wenn alles so still war, dass man nur die Bienen sumsen hörte, und sah zu, wie über mir die Wolken nach meinem Dorfe zuflogen und die Gräser und Blumen sich hin und her bewegten, und gedachte an die Dame…
Doch bei diesen Gedanken standen mir auch oft die Tränen in den Augen,… das Herz wollte mir zerspringen vor Schmerz, es fiel mir jetzt auf einmal alles recht ein, wie Sie so schön ist und ich so arm bin und verspottet und verlassen von der Welt, – dass die Schöne gar nicht an mich dachte, lange verheirathet ist, und dass ich selber ein großer Narr war.
Und als ich allein war, da konnt‘ ich mich nicht länger halten, ich warf mich in das Gras hin und weinte bitterlich.
Aber dann packte mich auf einmal wieder meine ehemalige Reiselust: alle die alte Wehmut und Freude und große Erwartung. Mir fiel dabei zugleich ein, wie nun die schöne Frau droben auf dem Schlosse zwischen Blumen und unter seid’nen Decken schlummerte, und ein Engel bei ihr auf dem Bette säße in der Morgenstille. – Nein, rief ich aus, fort muss ich von hier, und immer fort, so weit als der Himmel blau ist!
4 Wer recht in Freuden
wandern willWer recht in Freuden wandern will,
der geh der Sonn’ entgegen!
Da ist der Wald so kirchenstill,
kein Lüftchen mag sich regen.
Noch sind nicht die Lerchen wach,
nur im hohen Gras der Bach
singt leise den Morgensegen.Text: Emanuel Geibel (1839)

Ich hatte eigentlich da droben ein prächtiges Leben, wie der Vogel in der Luft, und brauchte doch dabei nicht selbst zu fliegen. Zu tun hatte ich auch weiter nichts, als Tag und Nacht auf dem Bocke zu sitzen, und bei den Wirtshäusern manchmal Essen und Trinken an den Wagen herauszubringen.
So verging ein Tag nach dem andern, bis ich am Ende anfing, von dem guten Essen und Trinken ganz melancholisch zu werden. Die Glieder gingen mir von dem ewigen Nichtstun ordentlich aus allen Gelenken, und es war mir, als würde ich vor Faulheit noch ganz auseinander fallen…
Jetzt summten die Bienen zwischen den Blättern um mich herum, sonst war alles wie ausgestorben, kein Mensch war zwischen den Bergen zu sehen, tief unter mir auf den stillen Waldwiesen ruhten die Kühe auf dem hohen Grase. …
Mir fiel auf einmal ein altes Lied recht aufs Herz, das ich noch zu Hause auf meines Vaters Mühle von einem wandernden Handwerksburschen gelernt hatte, und ich sang:
Wer in die Fremde will wandern,
Der muß mit der Liebsten gehn,
Es jubeln und lassen die Andern
Den Fremden alleine stehn.
5 Wer in die Fremde
will wandernWer in die Fremde will wandern,
Der muss mit der Liebsten gehn,
Es jubeln und lassen die andern
Den Fremden alleine stehn.Was wisset ihr, dunkle Wipfel,
Von der alten, schönen Zeit?
Ach, die Heimat hinter den Gipfeln,
Wie liegt sie von hier so weit!Text: Joseph von Eichendorff (1826)
Ich besann mich nun nicht lange, steckte meine Geige zu mir, sprang von dem Bocke, und kletterte an einer alten, zersprungenen Mauer hinab, indem ich mich mit den Händen an den Sträuchern, die aus den Ritzen wuchsen, anhielt. Aber einige morsche Ziegel gaben nach, ich kam ins Rutschen, es ging immer rascher und rascher mit mir, bis ich endlich mit beiden Füßen aufplumpte, dass mir’s im Gehirnkasten knisterte.
»Nun wahrhaftig,« versetzte der Maler aus Rom, »da war eine Gräfin aus Deutschland hier, die hat sich in allen Winkeln von Rom nach einem jungen Musikanten mit der Geige erkundigen lassen.« – »Eine junge Gräfin aus Deutschland?« rief ich voller Entzücken aus.

Wenn ich ein Vöglein wär’,
Ich wüßt’ wohl, wovon ich sänge,
Und auch zwei Flüglein hätt’,
Ich wüßt’ wohl, wohin ich mich schwänge!
6 Wenn ich ein Vöglein wär
Wenn ich ein Vöglein wär
und auch zwei Flügel hätt,
flög ich zu dir;
weil’s aber nicht kann sein,
weil’s aber nicht kann sein,
bleib ich allhier.Text aus: Des Knaben Wunderhorn, Liedsammlung (1808)
Als ich nun zwischen den letzten Rosensträuchern hervor trat, blieb ich plötzlich wie verzaubert stehen. Denn auf dem grünen Platze am Schwanenteich, recht vom Abendroth beschienen, saß die schöne gnädige Frau, in einem prächtigen Kleide und einem Kranz von weißen und roten Rosen in dem schwarzen Haar, mit niedergeschlagenen Augen auf einer Steinbank. Da hob die schöne Frau auf einmal die Augen, brach in ein fröhliches Lachen aus, sprang dann von der Bank und klatschte dreimal mit den Händchen.
In demselben Augenblick kam eine große Menge kleiner Mädchen in blütenweißen kurzen Kleidchen mit grünen und roten Schleifen zwischen den Rosensträuchern hervorgeschlüpft, so dass ich gar nicht begreifen konnte, wo sie alle gesteckt hatten. Sie hielten eine lange Blumengirlande in den Händen, schlossen schnell einen Kreis um mich, tanzten um mich herum und sangen dabei:
Wir bringen Dir den Jungfernkranz
Mit veilchenblauer Seide,
Wir führen Dich zu Lust und Tanz,
Zu neuer Hochzeitsfreude.
Schöner, grüner Jungfernkranz, Veilchenblaue Seide.
7 Wir winden dir
den JungfernkranzWir winden dir den Jungfernkranz
Mit veilchenblauer Seide;
Wir führen dich zu Spiel und Tanz,
Zu Glück und Liebesfreude!
Schöner grüner, schöner grüner Jungfernkranz!Text: Friedrich Kind (Libretto)
Melodie: Carl Maria von Weber, Der Freischütz (1821)
Das war aus dem Freischützen.
Unterdess war die schöne gnädige Frau über den Rasen tiefer in den Garten hinein geflogen. Ich lief ihr eiligst nach.
Die Sonne war schon lange untergegangen hinter den Bergen, es schimmerte nur noch wie ein röthlicher Duft über dem warmen, verschallenden Abend, aus dem die Donau immer vernehmlicher herauf rauschte, je stiller es ringsum wurde.
Ich sah unverwandt die schöne Gräfin an, die ganz erhitzt vom Laufen dicht vor mir stand, so dass ich ordentlich hören konnte, wie ihr das Herz schlug. Ich wusste nun aber gar nicht, was ich sprechen sollte vor Respekt, da ich auf einmal so allein mit ihr war. Endlich fasste ich ein Herz, nahm ihr kleines weißes Händchen – da zog sie mich schnell an sich und fiel mir um den Hals, und ich umschlang sie fest mit beiden Armen.
Sie machte sich aber geschwind wieder los und suchte ihre glühenden Wangen in der Abendluft abzukühlen. –
»Ach,« rief ich, »mir ist mein Herz recht zum Zerspringen, aber ich kann mir noch alles nicht recht denken, es ist mir alles noch wie ein Traum!« – »Mir auch,« sagte die schöne gnädige Frau.
»Siehst Du,« sagte sie nach einem Weilchen wieder, »das weiße Schlösschen, das da drüben im Mondschein glänzt, das hat uns der Graf geschenkt, samt dem Garten und den Weinbergen, da werden wir wohnen. Er wusst es schon lange, daß wir einander gut sind, und ist Dir sehr gewogen.« – »Mein Gott, schönste, gnädigste Gräfin,« rief ich aus, »ich weiß gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht vor lauter unverhofften Neuigkeiten.“
„Aber was nennst Du mich denn Gräfin?« – Ich sah sie groß an. – »Ich bin ja gar keine Gräfin,« fuhr sie fort, »unsere gnädige Gräfin hat mich nur zu sich auf’s Schloss genommen, da mich mein Onkel, der Portier, als kleines Kind und arme Waise mit hierher brachte.«
Nun war’s mir doch nicht anders, als wenn mir ein Stein vom Herzen fiele!
…Sie lächelte still und sah mich recht vergnügt und freundlich an, und von fern schallte immerfort die Musik herüber, und Leuchtkugeln flogen vom Schloß durch die stille Nacht über die Gärten, und die Donau rauschte dazwischen herauf – und es war alles, alles gut!
8 Freut Euch des Lebens
Freut Euch des Lebens
Weil noch das Lämpchen glüht,
Pflücket die Rose,
Eh’ sie verblüht!So mancher schafft sich Sorg’ und Müh,
Sucht Dornen auf, und findet sie,
Und läßt das Veilchen unbemerkt,
Das ihm am Wege blüht.Text: Johann Martin Usteri
Melodie: Hans Georg Nägeli (1793)
Auswertung
Wie immer vor einer Vorstellung war ich aufgeregt bis dorthinaus – daran änderte auch die Tatsache nichts, dass mir mein Publikum auf dem Wohnbereich schon bekannt war. Und da es die allererste Aufführung war, verlief sie natürlich ganz ähnlich wie eine Generalprobe…
Ich war viel zu schnell! Das hing nicht mit dem Lesen oder den Liedern zusammen, sondern ich habe mir keine Zeit genommen, die Übergänge ausführlich zu moderieren, besser auf Zwischenrufe einzugehen oder noch zusätzliche Fragen ans Publikum zu stellen – ich bin regelrecht durch das Programm gehetzt. Und nach etwa 30 min. wurde mir klar, dass ich ja bald am Ende sein würde?! Also war alles viel schneller vorbei als geplant.
Nun, dafür haben wir stattdessen zum Schluss noch ein paar Volkslieder aus dem Repertoire gesungen, so dass es am Ende den Schlussapplaus tatsächlich nach 45 min. gab.
Ich hatte den Eindruck, dass dem Publikum die Erzählung/ das Lesen zu lang war, das konnten KollegInnen aber nicht bestätigen – ich selbst habe mich da wohl durch zuviele unbewegte Gesichter verunsichern lassen, die aber oft das eigentliche Befinden gar nicht ausdrücken.
Aber auch die zunächst ausbleibende Reaktion am Ende hat mir gezeigt, dass trotz aller Schlussworte und dem Schlusslied (beim nächsten Mal am besten die Wiederholung des ersten Liedes (in dem Fall „Es klappert die Mühle…“) nicht deutlich wurde, dass dies eine Geschichte mit abgeschlossener Handlung war.
Gleichzeitig muss ich in Zukunft die Lieder langsamer bzw. klarer vorbereiten. Es gab die Liedtexte mit den Ziffern in der Reihenfolge in Großschrift als Kopien für alle. Dabei genügt es aber nicht, die Ziffern anzusagen, sondern man muss konkret nachfragen, ob alle bereit sind, ggf. die richtige Seite zeigen etc. Heißt: Sich also auch hier viel mehr Zeit lassen!
Außerdem müssen die Lieder besser musikalisch eingeleitet werden, da habe ich mich jetzt auch schlau gemacht:
Indem man als Einleitung z.B.
- die letzten vier Takte des Liedes spielt
- ein markantes Motiv variiert oder
- Anfang- und Endmelodie in wenigen Takten miteinander kombiniert
kann man das Publikum besser auf den Beginn des Liedes vorbereiten und einen gemeinsamen Anfang finden.
Braucht es mehr visuelle Eindrücke, um das Publikum mitzunehmen? Das glaube ich nicht, denn die Anforderung für Hochbetagte, schon diesem Programm zu folgen, war relativ hoch.
Fazit
Weitere Programme wird es auf jeden Fall geben! Allein der Flügel auf dem Wohnbereich ruft nach musikalischen Veranstaltungen ohne Ende (die es ja auch unabhängig von meinem Programm durchaus gibt!)
Meine Idee, statt einer geschlossenen Erzählung beim nächsten Mal mehrere kleine Texte oder Gedichte auszuwählen, habe ich bis auf Weiteres verworfen.
Stattdessen will ich mich in Zukunft vielmehr auf den musikalischen Part konzentrieren. Der funktioniert mit der entsprechenden Ansprache an das Publikum nämlich sehr gut.
Bei der Auswahl der Lieder bin ich natürlich eingeschränkt. Was ich gefunden hatte (Franz Schubert, Clara Schumann) ist viel zu kompliziert und zu schwer für mich zu spielen. (Das Freischütz-Lied hatte mich bei der Suche beeinflusst…).
Da aber demnächst Weihnachten ist, stehen eh erst mal Weihnachtslieder zum Mitsingen an.
Um die BewohnerInnen noch besser zu aktivieren, will ich üben, selber mitzusingen. Dazu suche ich zur Zeit noch andere Begleitformen am Klavier.
Quellen
- Titelbild: ChatGPT Image 15. Sept. 2025, 19_18_55
- Text und Zeichnungen: Goethezeitportal




